19.11.2013

    Das CRP Henri Tudor und ArcelorMittal verstärken ihre Zusammenarbeit in Forschung, Entwicklung und Innovation

    Am Dienstag, den 19. November haben das Centre de Recherche Public Henri Tudor, vertreten durch Marc Lemmer, CEO, und ArcelorMittal, vertreten durch Greg Ludkovsky, Vice President of Global Research and Development und Jacques Hoffmann, Direktor des ArcelorMittal-Forschungszentrums in Esch-sur-Alzette, eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, um die seit mehr als 15 Jahre andauernden, zahlreichen Verbindungen zwischen diesen beiden wichtigen Akteuren der Forschung in Luxemburg zu verstärken. "ArcelorMittal und das CRP Henri Tudor haben eine lange gemeinsame Geschichte. Diese Vereinbarung ermöglicht es uns, unsere Beziehungen zu vertiefen und eine neue Seite in unserer Geschichte zu schreiben", kommentiert Ludkovsky.


    Von links nach rechts (oben): Luc Chefneux, Joëlle Welfring, Salim Belouettar.
    Von links nach rechts (unten): Jacques Hoffmann, Marc Lemmer, Gergory Ludkovsky, Fernand Reinig.

    Die beiden Partner haben vereinbart, ihre Zusammenarbeit in Forschung, Entwicklung und Innovation (FEI) in den folgenden Bereichen zu stärken:

    • Werkstofftechnologien,
    • Lebenszyklusanalyse (Life Cycle Assessment, LCA),
    • Nachhaltiges Bauen,
    • Modellierung und Simulation (Materialien, Bauen),
    • Beschichtungstechnologien.

    In Zukunft kommen folgende hinzu:

    • Advanced Computing,
    • Transport und Logistik,
    • Technologie- und wettbewerbsfähige Intelligenz.

    Das CRP Henri Tudor und ArcelorMittal arbeiten bereits in vielen dieser Bereiche zusammen. Die beiden Partner haben beispielsweise als Teil eines Forschungsprojekts, das im Rahmen des FEI-Gesetzes von 2009 vom Ministerium für Wirtschaft und Außenhandel finanziert wurde, das Computer-Tool LicaBuilt entwickelt, mit dem die Lebenszyklusanalyse (LCA) eines Gebäudes unter Berücksichtigung seines thermischen Verhaltens gemacht werden kann. Das Projekt hat ArcelorMittal ermöglicht seine Konstruktionslösungen aus Stahl zu bewerten und zu überprüfen und ihre Nachhaltigkeit zu fördern. Das CRP Henri Tudor hat die Ergebnisse des Projekts veröffentlicht, durch zahlreiche Publikationen und Vorträgen, vor allem auf wissenschaftlichen Konferenzen. Das Team "Environmental Assessment of Systems" hat einen internationalen Ruf im Bereich der Umweltbewertung von Produkten, Prozessen und Dienstleistungen erworben, insbesondere in den Bereichen Lebenszyklusanalyse (Life Cycle Assessment, LCA), CO2-Fußabdruck, ökologischer Fußabdruck, Eco-Design und emergetische Bewertung, Themen, die auch ArcelorMittals LCA-Experten besonders interessieren und in denen ein weiterer Austausch und Zusammenarbeit geplant sind.

    Ein zweites Beispiel für bisherige Zusammenarbeiten beider Akteure ist das ATHENA-Projekt. Dieses Projekt wurde vom CRP Henri Tudor und ArcelorMittal in Zusammenarbeit mit der Universität Lüttich durchgeführt, um die Abkühlphase von Spundbohlen und die Kaltverfestigung als Modell darzustellen. ArcelorMittals Ziel ist die Verbesserung ihrer gesamte Produktionslinie: Minimierung der Verformung der Spundbohlen, Reduzierung von Fertigungsausschuss, Zeitersparnis und Produktivitätssteigerung. Dieses Projekt wird ebenfalls im Rahmen des FEI-Gesetzes durch das Ministerium für Wirtschaft und Außenhandel gefördert.

    In der Kooperationsvereinbarung, die heute unterschrieben wurde, zielen beide Partner darauf ab, ihre FEI-Aktivitäten im Bereich der angewandten Modellierung der physischen und mechanischen Metallurgie weiter auszubauen. Das CRP Henri Tudor konnte sich als Experte in diesem Bereich in den letzten Jahren international bewähren. Die Abteilung „Modelling and Simulation of Materials, Structures and Industrial Processes“, der rund dreißig Forscher angehören, wächst beständig, wie die Anzahl der steigenden wettbewerbsfähigen Forschungsprojekte zeigt, die im Rahmen der Programme des Fonds National de la Recherche (FNR) oder der Europäischen Union durchgeführt werden. Die Abteilung ist spezialisiert auf die Entwicklung und den Einsatz von fortgeschrittenen numerischen Methoden (Finite-Elemente, erweiterte Finite-Elemente, ohne Vernetzung, Randelementemethode) und Ansätzen der Multiskalenmodellierung für moderne Werkstoffe und Strukturen spezialisiert. Das Team hat auch anerkannte Fachkenntnisse in dem Gebiet der Identifizierung per inversem Ansatz und der Umsetzung der (physikalischen) Verhaltensgesetzen entwickelt. Die Modellierung erlaubt es ArcelorMittal, neue Produkte zu entwickeln und Fertigungsprozesse zu optimieren.

    Das Partnerschaftsabkommen zielt darauf ab, die Zusammenarbeit zwischen dem Forschungszentrum Henri Tudor und den Forschungszentren von ArcelorMittal auszuweiten, von denen es viele in der "Großregion" gibt, z.B. in Lothringen (Maizières-les-Metz und Gandrange), in Luxemburg (Esch-sur-Alzette), sowie die CRM Group (Lüttich), ein strategischer Partner von ArcelorMittal. In Synergie mit den hiesigen Universitäten, zielt die Partnerschaft darauf ab, innerhalb der "Großregion" ein auf europäischer und internationaler Ebene anerkanntes Forschungsnetzwerk aufzubauen.

    Ein letzter Bereich der Zusammenarbeit, in den beide Partner gemeinsam investieren möchten, ist die funktionelle Beschichtung. Das CRP Henri Tudor ist mit seiner Abteilung "Advanced Materials & Structures" (AMS) seit sieben Jahren in diesem Bereich aktiv. Dieses Kooperationsfeld wird gemeinsam mit unserem Partner, dem CRP-Gabriel Lippmann, der seit mehreren Jahren mit ArcelorMittal zusammenarbeitet, angegangen. Das Partnerschaftsabkommen, sowie die bevorstehende Fusion des CRP Henri Tudor und des CRP-Gabriel Lippmann am 1. Januar 2015 werden die Zusammenarbeit in diesem Bereich und auch in den anderen Forschungsfeldern stärken. Bis zur effektiven Fusion legen beide CRP besonderen Wert darauf, dass alle Partner einen unkomplizierten und koordinierten Zugang zu sämtlichen verfügbaren Kompetenzen in beiden Zentren haben werden.

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